|
|
|
|
|
|
C hina - die neue Supermacht?: Folgen für Deutschland, Europa und die Welt
Taschenbuch:
EBook:
Ist China die neue Supermacht, die Russland und die USA wirtschaftlich und militärisch überholt? Und welche Folgen hat dies für Deutschland, Europa und die gesamte „westliche Welt“? In dieser Analyse der gegenwärtigen Situation durch Tabitha Gassmann wird deutlich, dass man im Westen China lange Zeit unterschätzt hat. Jetzt endlich beginnt man, aufzuwachen und sich auf die neue Situation einzustellen! Die Autorin wirft zunächst einen Blick auf die Geschichte und Kultur Chinas in Vergangenheit und Gegenwart, um die Denkweise der Chinesen zu verstehen. Danach analysiert sie die schnell wachsende wirtschaftliche, politische und militärische Bedeutung dieses äußerst bevölkerungsreichen Landes. In weiteren Teilen diskutiert sie die spannende Frage, ob diese Entwicklung eine Gefahr für Deutschland, Europa und den Westen insgesamt darstellt oder nicht und welche Lösungen es hierfür gibt. Dabei tritt auch die gegenwärtige dramatische Entwicklung in den Blick unter der Überschrift: „Ändert die Corona-Krise alles?“ Möge dieses Buch vielen ökonomisch und politisch Interessierten eine Hilfe sein. (Aus dem Vorwort von Dr. Lothar Gassmann)
LESEPROBE:
|
Die Erziehung in Deutschland wird anders gehandhabt als in China. In Deutschland hat sich immer mehr die antiautoritäre Erziehung durchgesetzt. Dadurch verlieren viele Kinder und Jugendliche den Respekt vor Autoritätspersonen. Dies sieht man bereits heute in den Schulen. Dort gibt es immer mehr Respektlosigkeit gegenüber Lehrern. Dies wird auch später im Arbeitsleben dann nicht anders sein.
|
|
Wenn eine gesamte Gesellschaft anfängt so zu denken, wird das ziemlich problematisch für Deutschland und auch für die Wirtschaft des Landes. Denn respektlose Personen werden nicht eingestellt oder auch ziemlich schnell wieder entlassen. Dadurch werden später in Deutschland viele Arbeitskräfte fehlen. Ein Lösungsansatz wäre also, in den Familien und Schulen das technische Verständnis verstärkt zu vermitteln und auch das Respektieren von Autoritätspersonen wieder mehr zu fördern.
|
|
Durch viele Vorschriften und Auflagen wird das Innovationspotenzial in Deutschland nicht vollständig ausgeschöpft. In Deutschland scheitern innovative Entwicklungen oft schon an der Bürokratie. Ein Beispiel hierfür wären die Regelungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Da dies ein wichtiges Thema ist, müssen alle negativen Aspekte zuerst genauestens analysiert werden.
|
|
Da es sich bei den Regelungen für Künstliche Intelligenz außerdem um eine sehr wichtige Entscheidung handelt, lässt sich nicht nur die deutsche Regierung, sondern auch die europäische Regierung viel Zeit, um alle Aspekte dieses Themas zu betrachten.[1] In dieser Zeit haben die Chinesen die Künstliche Intelligenz auf ein ganz neues Level gebracht. Auch ist in Deutschland der Schutz der Daten viel wichtiger als in China. Dies führt ebenfalls dazu, dass China viel Vorsprung hat, da sie sich nicht zuerst mit einer Diskussion zu diesem Thema befassen müssen.
|
|
In Deutschland gibt es zu viel Bürokratie. Natürlich sind Schutzmaßnahmen wichtig und auch notwendig, doch oft sind sie mit sehr viel Bürokratie verbunden, was letztendlich die Innovation zunichtemachen kann. Deswegen brauchen wir weniger Bürokratie in Deutschland und auch ein schnelleres Verfahren für Entscheidungen in dieser Hinsicht.
|
|
Ein wichtiger Teil dieses Lösungsansatzes wäre, dass die deutsche Regierung Innovationen durch Förderprogramme unterstützt.[2] So sollten zum Beispiel auch kleine Erfindungen unterstützt werden - und nicht erst lange durch Bürokratie aufgehalten werden. Dies hemmt sonst den deutschen Innovationsdrang.
|
|
Deutschland hat viel zu wenig attraktive Angebote für Spitzenkräfte. Viele der deutschen Spitzenkräfte gehen in andere Länder, wie zum Beispiel China, um dort ihr volles Potenzial zum Einsatz zu bringen. Auch schafft es Deutschland kaum, ausländische Spitzenkräfte ins Land zu holen.
|
|
Dies liegt vor allem daran, dass es sehr schwierig ist, durch das deutsche Bürokratiesystem hindurch zu gelangen. Es ist auch schwierig, ein Dauervisum zu bekommen, damit man dauerhaft in Deutschland arbeiten kann. Zusätzlich gibt es noch eine Mindestlohngrenze, die man nach einem Jahr überschritten haben muss, um in Deutschland bleiben zu dürfen.
|
|
In China dagegen ist es kein Problem für ausländische Spitzenkräfte, ein Dauervisum zu bekommen. In Deutschland fehlen viele Ingenieure und in vielen anderen Bereichen werden Fachkräfte und Spitzenkräfte gesucht. Viele der deutschen Hochqualifizierten wandern schließlich aus, da sich das Gehalt bei den meisten Spitzenkräften im Ausland verbessert.[3]
|
|
Auch nach China gehen viele der deutschen Spitzenkräfte aus allen Bereichen. Aber vor allem aus den Bereichen der Technologie. Deswegen wäre ein Lösungsansatz, dass die Einwanderungsregelungen für ausländische Spitzenkräfte etwas gelockert werden und die Firmen attraktivere Angebote für die deutschen und ausländischen Zuwanderer anbieten. Deutschland braucht diese Spitzenkräfte nämlich, um eine Spezialisierung durchführen zu können und um China ebenbürtig zu bleiben.
|
|
Ein weiterer Lösungsansatz, um Deutschland vor der Übernahme durch China zu bewahren, wäre, das Aufkaufen deutscher Unternehmen durch die Chinesen zu stoppen. Das Ziel von China, bis zum Jahr 2025 weltführend im Bereich der Technologie zu werden, kann China nur erreichen, wenn es auch Unternehmen aus aller Welt aufkauft.
|
|
Dazu gehören vor allem deutsche Unternehmen. Im Jahr 2016 wurden zum Beispiel 56 deutsche Unternehmen durch chinesische Investoren aufgekauft. Bei den Chinesen sind vor allem die Ingenieurskunst und kleinere für die Allgemeinheit noch unentdeckte Firmen der Mittelschicht interessant. Dadurch wird Deutschland ebenfalls immer abhängiger von China, da die chinesischen Investoren dann ja schließlich für das meiste bezahlen.
|
|
Ein Lösungsansatz wäre also, dass man die chinesischen Investitionen verringert. Es gibt zwar bereits Gesetze, dass die Bundesregierung über den Verkauf von Unternehmen aus strategisch wichtigen Bereichen wie zum Beispiel der Verteidigung, der öffentlichen Ordnung oder der Sicherheit entscheiden kann.[4] Trotzdem wäre es wichtig, diese Regelungen noch etwas strenger zu gestalten.
|
|
Die Regierung sollte sich die einzelnen Investoren anschauen und erkennen, welche Absichten sie haben. Denn wenn letztendlich deutsche Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, sollte die Übernahme eines deutschen Unternehmens durch chinesische Investoren erst gar nicht in Betracht gezogen werden. Wenn dieses Unternehmen kurz vor der Insolvenz steht und dieses notwendig für die deutsche Wirtschaft ist, sollte dieses Unternehmen auch durch Geld von der Regierung gerettet werden.
|
|
Letztendlich gibt es für Deutschland zwei Möglichkeiten. Entweder Deutschland wendet sich ganz von China ab und versucht, seine Wirtschaft durch die Kooperation mit anderen Ländern außer China irgendwie aufrechtzuerhalten. Dies wird allerdings nicht ohne eine Wirtschaftskrise funktionieren, da bereits sehr viele deutsche Unternehmen in China ansässig sind, dorthin exportieren oder China ganz gehören. Die Lösungsansätze, die ich hier gebracht habe, beziehen sich auf diese Möglichkeit, auch wenn es eigentlich bereits zu spät für Deutschland ist.
|
|
Die andere Möglichkeit wäre, ganz mit China zusammenzuarbeiten. Damit würde Deutschland letztendlich komplett in die Abhängigkeit Chinas geraten und es bestünde die Gefahr, dass wenn China Deutschland eines Tages nicht mehr braucht, dies ganz Deutschland in eine große Krise stürzen würde.
|
Das Problem ist, dass Deutschland sich nicht für eine dieser beiden Möglichkeiten entscheidet, sondern immer noch abwartet und versucht, einen Mittelweg zu gehen. Die Chinesen warten allerdings nicht mit ihrer Entscheidung und deshalb ist Deutschland in diese schwierige Situation gekommen …
|
|
[2] Vgl. (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 2020)
|
|
[3] Vgl. (Reinbold, Wie Deutschland Spitzenkräfte abschreckt, 2020)
|
|
[4] Vgl. (Galileo, China kauft deutsche Firmen: Droht Deutschland der Ausverkauf, 2020)
|
|
|
|
|
|
|
|