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Leseprobe aus:

Es gibt Hoffnung für die Jugend!

Wie geschieht Jugendarbeit im Gemeindebau?

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Wie sieht christliche und wie sieht kirchliche Jugendarbeit aus?
Innerhalb der kirchlichen Jugendarbeit gibt es sehr unterschiedliche Konzeptionen. Die Diskussion zwischen deren Vertretern über den richtigen Weg flammt immer wieder auf. Im Folgenden nenne ich zunächst einige Beispiele:
Problemorientierte Jugendarbeit: Sie konzentriert sich auf die kognitive Ebene, geht von individuellen und sozialen Problemen aus und berücksichtigt biblische Aussagen vor allem als Beitrag zur Problemlösung.
Bedürfnisorientierte Jugendarbeit: Sie konzentriert sich auf die emotionale Ebene der Bedürfnisse, Sehnsüchte und Interessen und will helfen, diese zu artikulieren, zu reflektieren und zu korrigieren.
Emanzipatorische Jugendarbeit: Sie zielt auf die Autonomie des Einzelnen und will ihm helfen, sich von Zwängen und Abhängigkeiten zu befreien.
Antikapitalistische Jugendarbeit: Sie erstrebt die Emanzipation vom bestehenden Gesellschaftssystem und dessen revolutionäre Veränderung.
Diakonisch-soziale Jugendarbeit: Sie bemüht sich um gelebte Humanität in Gestalt zwischenmenschlicher Zuwendung und Hilfe.
Gruppendynamische Jugendarbeit: Sie vereinigt Jugendliche in einer Gruppe mit dem Ziel ihrer Veränderung und Sensibilisierung, der Artikulation ihrer Ängste, der Freisetzung ihres Selbstwertgefühls und ähnlichem.
Missionarische Jugendarbeit: Sie ruft Jugendliche zum Glauben an Jesus Christus und zu einem Leben in der Nachfolge.
Pfarrer Hans-Jürgen Jaworsky wirft in seinem Buch „Keiner soll übersehen werden!“ allen Konzeptionen mit Ausnahme der missionarischen Jugendarbeit vor, sie würden Jesus im Abseits stehen lassen. Jaworsky schreibt: „Nebenziele sind zum jeweiligen Hauptziel geworden. Jesus steht nicht mehr im Vordergrund, sondern ist ins Abseits gestellt worden. Hauptziel ist der befreite, mündige und sich selbst verwirklichende Mensch.“
Man könnte es auch so formulieren: Die Ziele sind anthropozentrisch (auf den Menschen ausgerichtet), nicht theozentrisch (auf Gott ausgerichtet). Sie sind immanent, nicht transzendent. Oder um mit wesentlichen Gegensatzbegriffen der Polarisierungsdebatte in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts zu sprechen: Es handelt sich bestenfalls um „Jesulogie“, um die Lehre von Jesus als ethischem Vorbild, aber nicht mehr um Christologie, um den Glauben an Jesus Christus als Gottes Sohn und Erlöser.
Das primäre Ziel evangelischer Jugendarbeit jedoch besteht darin, jungen Menschen zum Anschluss an die Person Jesu Mut zu machen - und zwar durch die neue Geburt nach Johannes 3, 3. So formulierten es CVJM, EC, MBK und die Jugendverbände verschiedener Freikirchen in ihrer gemeinsamen Stellungnahme zu dem umstrittenem „Rohrbachpapier“, welches den schwelenden Konflikt zwischen einer missionarisch und einer emanzipatorisch geprägten Jugendarbeit zum offenen Ausbruch gebracht hatte....
Positiv lassen sich die Ziele christlicher Jugendarbeit, wie christlicher Gemeindearbeit überhaupt, kaum besser als mit den drei neutestamentlichen Kategorien Kerygma, Diakonia und Koinonia zusammenfassen.
Kerygma heißt Verkündigung, also Weitersagen der guten Nachricht von der Erlösung in Jesus Christus durch das Wort. Man vergleiche hierzu Römer 10, 8 + 14 – 17.
Diakonia heißt Dienst, also Weitertragen der Auswirkungen des Wortes durch die Tat. Man vergleiche dazu Apg 6, 1-7 und 1. Timotheus 3, 8-13.
Koinonia heißt Gemeinschaft, also Zusammenwirken der Einzelnen mit ihren Gaben in der Gemeinde zur Ehre Gottes und gegenseitigen Erbauung. Man vergleiche dazu Römer 12 und 1. Korinther 12.
Missionarische Jugendarbeit soll junge Menschen unter das Wort Gottes und zum Glauben an Jesus Christus rufen. Das ist ihr kerygmatisch-missionarisches Anliegen.
Missionarische Jugendarbeit soll Menschen in Lebens- und Glaubensfragen praktisch und seelsorgerlich begleiten. Das ist ihr sozial-diakonisches Anliegen.
Und sie soll ihnen positive Erfahrungen und Gemeinschaftserlebnisse in christlichem Rahmen ermöglichen. Das ist ihr Gemeinschafts- und Gemeinde bezogenes Anliegen. ...