|
|
|
|
|
|
LESEPROBE aus meinem neusten und persönlichsten Buch, das alle ermutigen kann, die am Ende sind:
|
|
Vom Scheitern im dunkelsten Tal zum dornröschenhaften Wunder von Pforzheim
|
LESEPROBE: (Hinweise zum BUCH am Ende dieses Newsletters):
|
Kapitel 2: Im Visier der Institutionen – Universität und Landeskirche
|
|
Der Entschluss, im Jahr 1977 das Studium der evangelischen Theologie aufzunehmen, entsprang der brennenden ersten Liebe nach meiner Bekehrung. Doch die Realität an der Universität Tübingen glich einer Schocktherapie.
|
|
Junge Gläubige, die mit einem unerschütterlichen Vertrauen in das geschriebene Wort Gottes die Hörsäle betraten, wurden systematisch demontiert. Die historisch-kritische Methode war kein Werkzeug der Erkenntnis, sondern eine Guillotine für den Glauben. Professoren sezierten die Texte, erklärten Wunder zu Mythen und degradierten das inspirierte Wort Gottes zu einem rein menschlichen, fehlerhaften Produkt der Zeitgeschichte. Ich erlebte hautnah mit, wie hochbegabte Mitstudenten unter diesem geistlichen Trommelfeuer einknickten. Sie verloren erst ihre Gewissheit, dann ihre Freude und schließlich ihren Glauben.
|
|
Mich trieb dieser Zustand nicht in den Zweifel, sondern in den Widerstand. Mein wichtigstes Schutzschild war die intensive Lektüre konservativer, vor allem amerikanischer theologischer Fachliteratur, die im regulären Universitätsbetrieb komplett verschwiegen wurde. Diese Werke lieferten mir das intellektuelle Rüstzeug, um die vermeintlich unumstößlichen Axiome der Bibelkritik sachlich zu zertrümmern. Ich begriff, dass der Liberalismus nicht wissenschaftlicher ist als der Glaube, sondern lediglich auf anderen, naturalistischen Vorurteilen beruht.
|
|
Eine Oase in diesem akademischen Kampfgebiet wurde für mich ab dem dritten Semester das Albrecht-Bengel-Haus. Unter der Leitung des damaligen Direktors Gerhard Maier fanden wir dort nicht nur eine feste Gemeinschaft, sondern eine fundierte, dezidiert bibeltreue Studienbegleitung. Maiers bahnbrechendes Werk über „Das Ende der historisch-kritischen Methode“ war für uns wie ein Befreiungsschlag. Es zeigte uns auf akademischem Niveau, dass man die intellektuelle Redlichkeit nicht an der Garderobe abgeben muss, um an die fundamentale Wahrheit der Schrift zu glauben. Im Albrecht-Bengel-Haus lernten wir, den Zeitgeist zu prüfen und ihm mit erhobenem Haupt entgegenzutreten.
|
|
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums stand für mich fest, dass ich meine akademische Arbeit vertiefen musste, um den Verführungen der Moderne auf den Grund zu gehen. Ich entschied mich für eine Promotion im Bereich der Missionswissenschaft. Das Thema lag auf der Hand: Eine radikale, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Anthroposophie Rudolf Steiners – jener esoterischen Weltanschauung, in die ich mich in meiner Jugend selbst verstrickt hatte. Sieben Jahre lang grub ich mich durch die dicken Bände Steiners, analysierte sein kosmisches Christusbild und konfrontierte es mit dem tatsächlichen Wortsinn und Kontext der biblischen Evangelien.
|
|
Es wurde ein zäher, unheimlich schwerer Weg. Die liberale Professorenschaft der Universität rieb sich an meiner klaren, kompromisslosen Haltung. Die Arbeit wurde als „zu fundamentalistisch“ und „zu bibeltreu“ kritisiert. Man zwang mich zu einem zermürbenden Verlängerungsjahr, in dem ich die Arbeit überarbeiten und die gängigen liberalen Tübinger Theologen zitieren musste, um die akademische Akzeptanz nicht zu gefährden.
|
|
In dieser Phase stand ich vor einer Zerreißprobe. Doch ich zog eine unumstößliche Grenze: Ich war bereit, die geforderten Fußnoten und Zitate der Gegenseite einzufügen, um deren Positionen darzustellen, aber ich weigerte mich strikt, auch nur einen einzigen Satz gegen mein eigenes Gewissen oder gegen die Wahrheit des Wortes Gottes niederzuschreiben. Ich hielt dem Druck stand, bestand die Doktorprüfung und erlangte die Würde eines Doktors der Theologie.
|
|
Parallel zu dieser Endphase der Promotion lief mein Vikariat in der badischen Landeskirche (1991-93). Es war eine Schizophrenie des Alltags: Unter der Woche saß ich im Heidelberger Vikarskurs einer Kirchenleitung gegenüber, die mir aufgrund meiner bereits veröffentlichten, kritischen Bücher abgrundtief misstraute; am Wochenende arbeitete ich an der Vorbereitung zum Rigorosum (Doktorprüfung) in Tübingen. Die badische Oberkirchenleitung in Karlsruhe unternahm alles, um meine Promotion zu verhindern, da ihnen ein promovierter „Hardliner“ in ihren Reihen ein Dorn im Auge war. Sie übersahen jedoch ein bürokratisches Detail: Mein Vikariat lag im Bereich Baden, meine Promotion jedoch im benachbarten Württemberg an der Universität Tübingen.
|
|
Die Belastung in jener Zeit grenzte an das Menschenmögliche. Ich musste das immense Pensum für das zweite theologische Staatsexamen in Baden bewältigen und gleichzeitig unter höchster Geheimhaltung für die Doktorprüfung in Württemberg büffeln. An einem schulfreien Samstag (27. Juni 1992) fuhr ich dann schließlich klammheimlich nach Tübingen, legte die mündlichen Prüfungen ab und kehrte am Montagmorgen pünktlich zum regulären Vikarsseminar zurück. Als ich den Raum betrat, war ich plötzlich Dr. Lothar Gassmann. Die Kirchenleitung war fassungslos. Sie sahen sich mit vollendeten Tatsachen konfrontiert, die sie mit all ihrer institutionellen Macht nicht mehr verhindern konnten.
|
|
Doch der endgültige Bruch war nur noch eine Frage der Zeit. Schon vor Beginn des Vikariats war ich zu einem offiziellen Verhör nach Karlsruhe geladen worden, das mir wie eine Reinszenierung der historischen Inquisition vorkam. Auf dem Tisch des Oberkirchenrats waren meine bisherigen Publikationen aufgetürmt. Man warf mir in aggressivem Ton vor, warum ich gegen die Ökumene der Religionen anschreibe und warum ich mich gegen psychologische, gruppendynamische Experimente in den Gemeinden ausspreche. Ein hoher Kirchenfunktionär sagte mir wörtlich: „Wenn Sie lieber den Mund gehalten hätten, hätten Sie jetzt keine Probleme.“ Man forderte mich auf, mich anzupassen, „alte Omas zu besuchen“ und ansonsten zu schweigen.
|
Meine Antwort war ein klares Bekenntnis: Ich erklärte, dass ich mein Gewissen einzig an das Wort Gottes binden kann und dass man Gott mehr gehorchen muss als den Menschen – auch und gerade dann, wenn man von einer Kirche angestellt ist. Nach meinem erfolgreich bestandenen zweiten kirchlichen Examen ließ mich die Kirche im Übernahmegespräch erwartbar durchfallen, um mich loszuwerden. Es war der finale Stoß, der mich aus einem sterbenden System befreite. Einige Jahre später, 1998, folgte mein offizieller Kirchenaustritt. Ich verließ die EKD nicht im Zorn, sondern in tiefer Trauer über eine Institution, die durch die Ideale der 68er-Bewegung in ihren Führungsgremien von innen heraus zerstört wurde und das Evangelium Jesu Christi gegen linkslastige Zeitgeistpolitik eingetauscht hatte.
|
„Ich stehe heute vor meinem Schöpfer als ein durch das Blut Jesu begnadigter Sünder.“ Wenn ein Diener Gottes auf sein Leben blickt, erwarten viele eine lückenlose Erfolgsgeschichte. Doch Dr. Lothar Gassmann bricht das Schweigen. In dieser radikal ehrlichen Autobiografie legt er die Brüche, die Kämpfe und die tiefsten Katastrophen seiner Existenz ungeschminkt offen. Er berichtet von den harten Schatten einer von Lungenkrankheit geprägten Kindheit im Schwarzwald, den esoterischen Irrwegen seiner Jugend und dem geistlichen Trommelfeuer an der Universität Tübingen. Unerschrocken beschreibt er seinen Kampf gegen den theologischen Verfall in den Institutionen, der ihn letztlich den Posten und den Ruf kostete. Doch das schwerste Tal wartete im Privaten: Der plötzliche Kindstod seines erstgeborenen Sohnes David stürzte sein Leben in ein Chaos, an dem seine erste Ehe schmerzhaft zerbrach. Hier verschweigt der Autor auch sein eigenes Versagen als junger Ehemann und Seelsorger nicht. Doch wo menschliche Kraft am Ende ist, fängt Gottes Handeln an. Getragen von der unverdienten Gnade Gottes (Sola Gratia) erlebte Lothar Gassmann Wunder der Vergebung, der familiären Versöhnung und einen radikalen Neubeginn. Aus dem Nichts formte der Herr ein blühendes Werk: den Christlichen Gemeinde-Dienst (CGD), den Jeremia-Verlag und das „dornröschenhafte Wunder“ der Freien Bibelgemeinde Pforzheim – eine allianzfreie Zuflucht für Hunderte suchende Seelen. Dieses Buch ist kein Denkmal für einen Menschen. Es ist ein unverkürzter Posaunenton in stürmischer Zeit und ein ergreifendes Zeugnis dafür, wie der Allmächtige aus den Bruchstücken eines Lebens ein Werkzeug Seiner Herrlichkeit formt. Ehrlich. Ungeschminkt. Getragen von unendlicher Geduld.
INHALT: Prolog: Mein Leitspruch und Auftrag Kapitel 1: Der schmale Weg – Zwischen Sumpf und Lichtung Kindheit und die Schatten im Schwarzwald Die Jahre der Suche: Körner, Yoga und Esoterik Die Lebenswende: Dezember 1976 Kapitel 2: Im Visier der Institutionen – Universität und Landeskirche Kapitel 3: Aufklärung und Anfechtung – Die Gießener Jahre und die ARF Kapitel 4: Durch die tiefsten Täler – Tragödie, Verlust und Läuterung Kapitel 5: Aufbruch aus dem Nichts – Der CGD und der Jeremia-Verlag Das geschriebene Wort: Der Inhalt meiner Bücher Das gesungene Wort: Der Inhalt meiner Lieder Kapitel 6: Der Ruf des Wächters – Mein politisches Engagement und die Kritik am Zeitgeist Kapitel 7: Das dornröschenhafte Wunder – Die Freie Bibelgemeinde Pforzheim Kapitel 8: Spurensuche im gelobten Land und bei den Alten Ordnungen – Meine Missionsreisen Die Vision des Christlichen Kulturparks: Das Projekt der europäischen Arche Kapitel 9: Kein Ruhestand im Reich Gottes – Der Blick auf die Ewigkeit
|
|
|
|
|
|
|
|