Share this emailCopy the public link or share it on your favorite channel.
Logo 66dpi H3cm
Liebe Geschwister,
mit Dankbarkeit kann ich Euch mitteilen, dass jetzt der erste Teil meiner Vorlesung in Buchform erhältlich ist.
Schalom, euer Lothar Gassmann


So entstand das Neue Testament:
Teil 1: Evangelien und Apostelgeschichte
E-Book, Taschenbuch und Hardcover
von Lothar Gassmann (Autor)
Dies soll eine gut verständliche und bibeltreue Einführung für die ganze Gemeinde und alle Interessierten sein.
In ihr wird erklärt, wie die Schriften des Neuen Testaments entstanden sind und was ihr wesentlicher Inhalt ist.
Diese Einleitung nimmt das Selbstzeugnis der biblischen Bücher und die Berichte der frühchristlichen Autoren wie Papias, Irenäus, Clemens und Eusebius ernst, die viel näher am historischen Geschehen waren als heutige Bibelkritiker.
In Teil 1 werden die Evangelien und die Apostelgeschichte betrachtet. In Teil 2 werden die Briefe und die Offenbarung folgen.
Bestellung in 3 Formaten HIER:
https://www.amazon.de/dp/B0FGQGVGLD



LESEPROBE:

Die Entstehung der vier Evangelien im Überblick
Man unterscheidet die drei synoptischen Evangelien Matthäus, Markus und Lukas von dem Johannesevangelium, da jene eine Zusammenschau (griech. synopsis) des Lebens und Wirkens Jesu enthalten. Johannes hingegen bringt vor allem Ergänzungen über das, was die Synoptiker nicht berichten.
Alle vier Evangelien beschreiben wesentliche Stationen des Wirkens Jesu. Wer alle vier Evangelien liest, bekommt ein umfassendes Bild.
Bevor wir auf die Evangelien im Einzelnen eingehen, soll erst die Frage erörtert werden, wie sie entstanden sind.
Ein grundlegendes Zitat hierzu findet sich bei Papias, der den Ereignissen um 100 n. Chr. noch sehr nahe stand und Augenzeugen befragen konnte. Er schreibt in einem berühmten Zitat über Matthäus Folgendes (Hervorhebungen von mir):
„Matthäus hat in hebräischer Sprache (griech.: hebraidi dialekto) die Reden (ta logia = Reden, Worte) zusammengestellt; ein jeder aber übersetzte dieselben, so gut er konnte.“ (Zitat in: Eusebius, Kirchengeschichte, Band III,39,16).
Und über Markus:
„Auch dies lehrte der Presbyter: Markus hat die Worte und Taten des Herrn, an die er sich als Dolmetscher des Petrus erinnerte, genau, allerdings nicht ordnungsgemäß, aufgeschrieben. Denn nicht hatte er den Herrn gehört und begleitet; wohl aber folgte er später, wie gesagt, dem Petrus, welcher seine Lehrvorträge nach den Bedürfnissen einrichtete, nicht aber so, daß er eine zusammenhängende Darstellung der Reden des Herrn gegeben hätte. Es ist daher keineswegs ein Fehler des Markus, wenn er einiges so aufzeichnete, wie es ihm das Gedächtnis eingab. Denn für eines trug er Sorge: nichts von dem, was er gehört hatte, auszulassen oder sich im Berichte keiner Lüge schuldig zu machen.“« (ebd., Euseb, KG, III,39,15).
Über die Entstehung aller vier Evangelien schreibt Irenäus von Lyon im 2. Jahrhundert:
„Matthäus gab eine Evangelienschrift unter den Hebräern in ihrer eigenen Sprache heraus, während Petrus und Paulus in Rom das Evangelium verkündigten und das Fundament der Kirche legten. Nach deren Tod aber hat uns Markus, der Schüler und Dolmetscher des Petrus, die Predigt des Petrus schriftlich übergeben. Auch Lukas, der Begleiter des Paulus, legte das von jenem verkündigte Evangelium in einem Buch nieder. Dann gab auch Johannes, der Schüler des Herrn, der auch an seiner Brust lag, das Evangelium heraus, während er sich in Ephesus in Asien aufhielt.“ (Irenäus, Adverses haereses, III,1,1; zit. nach Euseb, KG, V, 8,2).
Ähnliches schreiben weitere Autoren der Alten Kirche.
Was entnehmen wir daraus?
Erstens: Das Matthäusevangelium (oder zumindest Teile davon) wurde zunächst in hebräischer Sprache verfasst und später als Ganzes in Koine-Griechisch übersetzt. In seiner hebräischen Version ist es das erste Evangelium.
Zweitens: Das Markusevangelium entstand aufgrund des Augenzeugenberichts des Apostels Petrus und wurde nach dem Märtyrertod der Apostel Petrus und Paulus in Rom in den Gemeinden herausgegeben und verbreitet.
Drittens: Das Lukasevangelium wurde von dem Reisebegleiter des Apostels Paulus, dem Arzt Lukas, verfasst.
Viertens: Das Johannesevangelium entstand als letztes Evangelium in Ephesus in Kleinasien und ist ein Werk des Apostels, der an Jesu Brust lag.
In der Reihenfolge dieser sehr alten Überlieferung wurden die Evangelien auch in allen geläufigen Bibelausgaben angeordnet.

Zumindest erwähnt werden soll, dass in der historisch-kritischen Theologie mehrere andere Theorien über die Entstehung der Evangelien kursieren. Radikale Bibelkritiker bestreiten jegliche Verfasserschaft durch Apostel oder Apostelbegleiter und untergraben dadurch die Autorität der Evangelien.
Andere gehen von der Markus-Priorität aus. Markus sei das älteste Evangelium, und Matthäus und Lukas hätten dieses durch eine hypothetische Spruchsammlung Q („Logienquelle“) sowie durch jeweils eigenes „Sondergut“ ergänzt. Dies wäre zwar rein theoretisch auch möglich, widerspricht aber der einhelligen Aussage der frühchristlichen Autoren, die von Matthäus in seiner hebräischen Urfassung als dem ältesten Evangelium ausgehen.
Die bibeltreuen Neutestamentler Prof. Dr. Erich Mauerhofer und Prof. Dr. Jacob Thiessen haben starke Argumente dafür zusammengetragen, dass es sich bei „ta logia“ in dem Papias-Zitat (siehe oben) um das Matthäus-Evangelium als Ganzes in seiner hebräischen Urfassung handeln muss - mit allen Worten und Taten Jesu – und nicht um eine hypothetische Logienquelle. Denn „ta logia“ wird von Papias im Titel seines Gesamtwerks auch für die anderen Evangelien mit allen Worten und Taten Jesu gebraucht. Wir schließen uns dieser Auffassung an.[1]
Vor allem aber gehen wir von der Echtheit aller neutestamentlichen Schriften aus. Sie wurden wirklich von den Autoren verfasst, die in den Schriften genannt oder angedeutet sind oder von den frühchristlichen Autoren bezeugt werden. Für die Echtheit werden wir in den einzelnen Darstellungen Argumente anführen.
Auch gehen wir von einer frühen Entstehung der Schriften aus, die zeitlich nahe am Geschehen liegt, als die Erinnerungen an das Erlösungswerk von Jesus Christus noch frisch waren. Die Erinnerungen an die Worte, die Taten und das Heilswerk Jesu Christi wurden von Anfang an (ab den 30er Jahren) mündlich weitergegeben - und in Vorstufen der Evangelien wurde vieles von Anfang an schriftlich festgehalten (vgl. Lukas 1,1-4). Als die erste Generation der Augenzeugen langsam ausstarb, wurde das Wesentliche unter Leitung des Heiligen Geistes (Johannes 16,12-15; 2. Petrus 1,21; 2. Timotheus 3,16-17) in den vier Evangelien zusammengefasst, wohl schon ab den 40er Jahren, möglicherweise aber schon früher. Alle Schriften des NT sind jedenfalls im 1. Jahrhundert nach Christus entstanden, was auch sehr alte Papyrusfunde (z.B. P 52[2]) belegen. Unser Glaube ruht auf wahrer Augenzeugenschaft und festem Fundament.

Bestellung in 3 Formaten HIER:
https://www.amazon.de/dp/B0FGQGVGLD




[1] Erich Mauerhofer, Einleitung in die Schriften des Neuen Testaments, Band 1, Neuhausen-Stuttgart, 2. Aufl. 1997, S. 54 ff. – Vgl. Jacob Thiessen, Einleitung in das Neue Testament, Leipzig 2024, S. 36 ff.
[2] P 52 ist einer der ältesten Papyrusfunde des NT. Sein Alter wird auf die Zeit um 100-125 n.Chr. geschätzt und er enthält einige Worte aus Johannes 18. Dies reicht sehr nahe an die Lebenszeit des Apostels Johannes heran, der um 100 n. Chr. in Ephesus starb. Da die Johannesschriften allgemein als die zuletzt verfassten Schriften des NT gelten, müssen alle anderen Schriften früher entstanden sein, also allesamt im 1. Jahrhundert nach Christus. Das unterstreicht ihre Echtheit und apostolische Autorität.